OROSEI, DAS LAND

Die Geschichte

Die Nähe zum Meer und die fruchtbare Ebene führten dazu, daß Orosei vor der Nuraghenzeitbewohnt war, wie Reste von antiken Ansiedlungen belegen.  Erst im 12. Jahrhundert n.Chr. gibt es erste schriftliche Zeugnisse der Geschichte Oroseis.  Eine alte Ansiedlung aus den ersten Jahrhunderten n.Chr. – FANUM CARISI oder FANUM ORISI genannt – befand sich ca. 1 km nördlich von der aktuellen Lage des Ortes, in der Nähe des Flusses Cedrino, wo ein kleiner Hafen entstand.  Sehr wahrscheinlich handelte es sich nicht um einen echten Hafen, sondern vielmehr um einen natürlichen und leichten Zugang zu dieser Stelle des Golfs von Orosei, welcher vielen Schiffen bekannt war und genutzt wurde, um hier mit der gesamten Bevölkerung der niederen Baronie zu handeln.

Seine erhebliche ökonomische Bedeutung hat OROSEI von Beginn an bis vor einigen Jahrhunderten zur Zielscheibe von Eroberern gemacht (sogar die Sarazener haben einige Male versucht, hier über die Küste einzudringen – sie sind jedoch von der Starrköpfigkeit und dem Mut der Einheimischen zurückgeschlagen worden).  Zeugnis hiervon legen die zahlreichen Kirchen im Altstadtviertel ab, welche oftmals aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen stammen.

In der Judikatenzeit wird OROSEI immer bedeutender, da es die wirtschaftliche Grundlage für den Nachbarort Galtellì darstellt, in welchem der Richter des Judikats der Baronie residiert.  Dieses ist die Blütezeit des Ortes, zum Ausdruck gebracht durch die zahlreichen herrschaftlichen Häuser, welche in diesem Zeitraum errichtet worden sind.

Die Ökonomie

Aufgrund der geologischen Gestaltung des Gebiets war man lange Zeit hauptsächlich auf Tierzucht und Landwirtschaft konzentriert. Die Einführung neuer Technologien hat jedoch dazu beigetragen, dass Produktionen verbessert wurden und der Ort heute auf der ganzen Insel bekannt ist für die Vielfalt und Güte seiner Obst- und Gemüsesorten, welche das ganze Jahr über angebaut werden.

Seit einigen Jahrzehnten schaffen Tourismus und Marmorabbau (im nahen Berg Tuttavista) neue Arbeitsplätze.

Der Tourismus hat zunächst zögerlich in den Jahren 1975-1980 mit dem Bau der ersten Hotelanlagen begonnen und hat sich dann – auch mittels Unterstützung von Immobilienmaklern, Agriturismi, Restaurants, Bars etc. – beständig weiterentwickelt. Heutzutage deckt der Tourismus ca. 50% der Gesamtwirtschaft des Ortes ab und angesichts dieser bedeutenden Position hat die Verwaltung von OROSEI dafür gesorgt, dass lokale Beförderungsmittel in der Hauptsaison verstärkt eingesetzt werden, um zu gewährleisten, dass die wichtigsten Sehenswürdigkeiten leicht zu erreichen sind.

Der Marmorabbau wurde bereits vor dem Tourismus betrieben, jedoch waren die Steinbrüche eher bescheiden. Der hier abgebaute Marmor ist in ganz Italien und im Ausland für seine Qualität bekannt. Da der reine Abbau nicht genügend Arbeitsplätze schaffte, wurde auch die Verarbeitung des Marmors hier vor Ort durchgeführt und nun trägt dieser Industriebereich mit guten 30% zur Gesamtwirtschaft bei.

Das Handwerk hatte immer schon eine große Bedeutung für diesen historischen Ort und man kann mit gutem Recht behaupten, dass es sich in alle Bereiche erstreckt (Keramik; Teppiche; typisches Mobiliar und Stühle; Schmuck in zartem Gold und Koralle etc.). Geschmack und perfekte Ausführung werden von den Handwerkern von Generation zu Generation weitergegeben und verfeinert.

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